Rebhuhn-Schutzprojekt - Grafschaft Diepholz
Lions Club spendet 4.000 Euro für Rebhuhn-Schutzprojekt in der Dümmerregion

Der Lions Club Grafschaft Diepholz hat 4.000 Euro an das Projekt „Rebhuhn retten – Vielfalt fördern" übergeben. Zusammen mit dem Landkreis stockt der Club damit die Fördersumme der Bingo-Umweltstiftung von 50.000 auf 70.000 Euro jährlich auf.
Diepholz/Lemförde – Ein Rebhuhn war das Motiv des Adventskalenders mit Gewinnmöglichkeit, den der Lions Club Grafschaft Diepholz auch 2025 wieder verkaufte. Ein Grund für diese Motiv-Auswahl: Ein Teil des Verkaufserlöses war für das Schutzprojekt „Rebhuhn retten – Vielfalt fördern“ bestimmt. Thomas Buda und Dr. Andreas Schlüsche als Vertreter des Lions Clubs überreichten nun 4.000 Euro zur Unterstützung des Projekts. Auf einem Gelände in der Nähe des Diepholzer Skulpturenpfades im Bereich Graftlage erklärte Dr. Marcel Holy vor Ort Maßnahmen zum Schutz des selten gewordenen Rebhuhns und nahm die Spende symbolisch entgegen.
Das Schutzprojekt läuft über das Bundesprogramm Biologische Vielfalt. Die Dümmerregion ist dabei das einzige unter den zehn über ganz Deutschland verteilten Projektgebieten, das bundesländerübergreifend arbeitet, denn es reicht bis in den Landkreis Minden-Lübbecke in Nordrhein-Westfalen. Umsetzungspartner vor Ort ist die Natur- und Umweltschutzvereinigung Dümmer (NUVD), deren wissenschaftlicher Leiter Dr. Marcel Holy ist.
„Das Rebhuhn fungiert im Projekt als Schirmart, denn es geht um die Erhöhung der Biodiversität in der Agrarlandschaft insgesamt. Und hier war der Bedarf besonders groß, denn durch die landwirtschaftliche Struktur der Region, die durch intensive Nutztierhaltung und eine hohe Wertschöpfung gekennzeichnet ist, sowie den bislang sehr bürokratischen Antragsweg in der Agrarförderung, wurden bislang kaum Blühflächen und andere Schutzmaßnahmen angelegt“, erklärte Holy. „Hier kam dankenswerterweise die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung als Finanzierungspartner hinzu, die die Abwicklung sehr unbürokratischer, aber gleichzeitig finanziell attraktiver Maßnahmen ohne Behördenbeteiligung ermöglichte. Diese wurden so gut angenommen, dass erstmals in großem Umfang blühende Felder zum Artenschutz in der Region entstanden, aber gleichzeitig auch die bereitgestellten Mittel sehr schnell ausgeschöpft waren“, so der Wissenschaftliche Leiter der NUVD.
Aufgrund des großen Erfolgs der Maßnahmen und der Signalwirkung, dass auch in intensiv genutzten Regionen Maßnahmen durchaus attraktiv für landwirtschaftliche Betriebe sein können, habe die Bingo-Umweltstiftung die Förderung verlängert, jedoch zur Auflage gemacht, dass Drittmittel aus der Region die Fördersumme von jährlich 50.000 Euro auf jeweils 70.000 Euro aufstocken sollen, erklärte Holy. Dies übernehmen nun der Landkreis Diepholz und der Lions Club Grafschaft Diepholz und ermöglichen so nicht nur die Weiterführung, sondern sogar eine weitere Ausdehnung des Projekts. Marcel Holy: „So konnten 2026 weitere Maßnahmenverträge abgeschlossen und mittlerweile rund 70 Hektar Fläche für das Rebhuhn und andere seltene Bewohner der Agrarlandschaft aufgewertet werden.”